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Die junge Generation rebelliert gegen das Umweltchaos, aber zuerst müssen wir die Macht der Konzerne brechen

Eine Generation rebelliert. Auf der ganzen Welt protestieren junge Menschen gegen die Zerstörung ihrer Zukunft. Neue Bewegungen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future (bekannt geworden durch Greta Thunberg) schließen sich den bestehenden Bewegungen an und kämpfen Seite an Seite für die Zukunft unserer Welt.

Wenn Sie wie ich sind, werden Sie dieses Engagement und die Wut dieser Generation begrüßen, die allzu oft unterschätzt und als apathisch, in politischer Hinsicht, karikiert wurde.

Aber zielloser Zorn wird nicht ausreichen, um unseren Planeten zurückzugewinnen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, welche Kräfte die Krise vorantreiben. Und im Wesentlichen ist die Antwort klar. Die Macht und der Einfluss der Unternehmen ist immer noch ungebremst.

Wegen des Profits wird die Arktis von Ölgesellschaften nach neuem Öl und Gas durchsucht. Wegen des Profits werden jedes Jahr große Teile des Amazonas zerstört. Wegen dem uneingeschränkten Streben nach Profit steht der Planet kurz vor einer Katastrophe.

Trotzdem werden immer mehr Privilegien an Konzerne vergeben, anstatt sie einzuschränken.

Die Konzerne nutzen ihre ISDS-Sonderklagerechte und die obskuren Konzern-Parallelgerichte um Umweltvorschriften anzufechten. Eines der bekanntesten Beispiele ist der schwedische Energiekonzern Vattenfall, der Deutschland wegen der Einführung einer strengeren Umweltrichtlinie für ein Kohlekraftwerk in Hamburg verklagt hat. Aber es gibt noch viele andere – darunter der Konzern Lone Pine Resources, der Kanada wegen des Moratoriums für Fracking in Quebec verklagt, und Abengoa, der sich 40 Millionen Dollar vom mexikanischen Steuerzahler holte, weil der Staat eine Giftmülldeponie in der Nähe eines Naturschutzgebiets verboten hatte.

Wenn wir es ernst meinen mit der Eindämmung des Klimawandels, der Umweltzerstörung und des Massensterbens, dann müssen wir es ernst meinen mit der Bekämpfung der ISDS-Sonderklagerechte

Wir müssen auch ernsthaft daran arbeiten, eine positive Alternative zur Unternehmensmacht aufzubauen. Dazu brauchen wir neue globale Mechanismen, um Unternehmen, die Ökozid begehen, zur Rechenschaft zu ziehen. Aus diesem Grund setzen sich die Aktivist*innen auch für einen verbindlichen UN-Vertrag ein, der die Tricksereien abdrehen wird mit denen multinationale Unternehmen Umweltschutz-Gesetze umgehen und Gerechtigkeit vermeiden.

Es ist Zeit, Ernst zu machen. Wir werden das Klimachaos nicht beenden, das Massensterben stoppen oder den Kampf um Menschenrechte oder fairen Handel gewinnen, wenn wir nicht den die Macht der Konzerne über unser globales Wirtschaftssystem einschränken. Handelsaktivist*innen, die gegen die ISDS-Sonderklagerechte kämpfen, Menschenrechtsaktivist*innen, die für einen verbindlichen UN-Vertrag kämpfen, Klimaaktivist*nnen und Extinction Rebellions müssen sich zu einer gemeinsamen Bewegung zusammenschließen.

Es ist an der Zeit, aus unseren einzelnen Kampagnensilos auszusteigen und in Aktion zu treten. Also los geht’s!