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Erinnern wir uns am Weltwassertag an die wahre Ursache der Wasserknappheit – die Macht der Konzerne

Mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Das ist eine Tragödie, die allerdings nicht etwa auf ein technisches Problem, sondern vielmehr auf eine politisches zurückzuführen ist. Und die Macht der Konzerne ist ein großer Teil dieses Problems.

Schauen wir uns dies einmal exemplarisch für das Thema Klimawandel an. Die UN schätzt, dass die durch den Klimawandel verschärfte Wasserknappheit bis zum Jahr 2030 bis zu 700 Millionen Menschen zusätzlich verdrängen könnte. Die großen, von fossiler Energie abhängigen Konzerne gehören zu den vehementesten Gegnern sinnvoller Klimaschutzmaßnahmen. Ihre uneingeschränkte Macht bedeutet damit auch eine Zunahme von Dürre und Wasserknappheit.

Dasselbe gilt für die Frage, wer welche Wasserressourcen nutzt. Weltweit verbraucht die Industrie rund 60% mehr Wasser als die Haushalte. In einigen Ländern verursacht die Ausbeutung knapper Wasservorräte durch Konzerne ernsthafte Probleme für die lokale Bevölkerung. In Südafrika beispielsweise, verbraucht der Bergbau mehr Wasser als die gesamte Bevölkerung zusammen und verursacht gleichzeitig schwere Umwelt- und Gesundheitsprobleme. Anfang 2018 musste Kapstadt sogar für mehrere Wochen fast komplett ohne Wasser auskommen.

Außerdem sollten wir nicht die Probleme, die durch die Privatisierung des Wassers entstehen, vergessen. Am Weltwassertag im vergangenen Jahr wurden in Lagos, Nigeria, Proteste gegen die privatisierte Wasserversorgung organisiert – und dies ist nur einer vieler solcher Beispiele weltweit. Konzerne, die Wasserversorgungssysteme betreiben, um Gewinne zu erzielen, erhöhen fast immer die Tarife und verwehren den Armen dieses Grundbedürfnis und Menschenrecht.

Und dank ISDS – einem System von intransparenten, privaten Schiedsgerichten, mit denen Konzerne Regierungen verklagen, wenn diese Regulierungen durchsetzen wollen, die nicht im Konzerninteresse sind – können die Unternehmen rechtliche Schritte androhen, um zu verhindern, dass Regierungen bspw. die Wasserpreise niedrig halten. So geschah es auch in Argentinien, das von Suez und anderen europäischen Konzernen aufgrund der Einfrierung des Wasserpreises in Buenos Aires und anderen Städten verklagt wurde – wohlgemerkt eine Maßnahme, die sie auf Grund einer sozioökonomischen Krise 2001 umsetzten, um die massive Verarmung der Bevölkerung einzudämmen.

Wie auch immer man es betrachtet, das Problem, dass Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, ist eines, das durch Konzernmacht zusätzlich verschärft wird. Auf allen Ebenen wird der Zugang zu Wasser durch international tätige Unternehmen untergraben. Und keine einzige schicke Corporate-Social-Responsibility-Kampagne mit Dorfbrunnen wird daran etwas ändern. Es ist ein systemisches Problem. SIE sind das Problem.

Was wir tun müssen, ist, die Macht von den Konzernen zurück zu erobern. Das ist eine gigantische Aufgabe, zu der wir mit unserer Kampagne beitragen wollen.

ISDS gehört abgeschafft! Indem wir Konzernen die Möglichkeit nehmen, Regierungen mit Schiedsgerichtsklagen zu bedrohen, eröffnen wir politischen Spielraum für alternative Ansätze. Die Regierungen werden in der Lage sein, Wassertarife zu senken, ohne Angst vor privatrechtlichen Schritten haben zu müssen. Auch das Verständnis von Wasser als Gemeingut und nicht als Ware, wird durch den Übergang zu Modellen des öffentlichen Eigentums und der Rekommunalisierung erleichtert.

Zudem drängt die Kampagne auf stärkere Mechanismen zur Durchsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflichten. Konzerne kommen mit der Verschmutzung von Wasser zur Profitmaximierung davon und leiten Wasser um, um ihren eigenen Bedarf zu decken. Es muss einen Weg geben, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Durch die Verabschiedung eines verbindlichen UN-Abkommens über Wirtschaft und Menschenrechte soll der Zugang zu Gerechtigkeit für alle, vor allem aber für jene Menschen, die von den Machenschaften internationaler Konzerne betroffenen sind, gewährleistet werden. Dabei ist es egal, wo auf der Welt der Konzern Schaden angerichtet hat – Gerechtigkeit soll und wird ihn immer finden!

Bitte unterschreiben Sie daher heute, am Weltwassertag, unsere Petition und sorgen Sie dafür, dass politische EntscheidungsträgerInnen die Botschaft laut und deutlich hören.

Denn, wenn wir wollen, dass der Zugang zu Wasser universell ist, dann müssen wir die Konzernmacht in diesem Bereich brechen!

Picture credit: Paul Hames / California Department of Water Resources